Es war eine düstere Novembernacht und ich war allein Zuhause. Der Hund hatte schon ein paar Mal angeschlagen, als er gegen Mitternacht endlich Ruhe gab. Ich wälzte mich noch eine Weile hin und her, hörte das alte Haus ächzen und knarren und war gerade eingeschlafen, als ich spürte, dass es ganz hell im Zimmer geworden war. Ich öffnete die Augen und wusste sofort was es bedeutete. So lange hatte ich darauf gewartet.
Der Vollmond schien auf ganz ungewöhnliche Weise auf mein Bett. Ich stand auf, um die Gardine zu schließen. Da bemerkte ich, wie kalt es geworden war. So kalt, dass ich meinen Atem sehen konnte. Er war hier!
Abrupt blieb ich stehen und starrte regungslos in die dunkelste Ecke meines Schlafzimmers. Und da stand er, beobachtete mich. Ein seltsames Gefühl von Erregung, Neugierde und Furcht überkam mich. Ich war unfähig, mich zu bewegen, als dieser schwarzgekleidete Unbekannte ganz langsam auf mich zu kam. Seine Füße berührten kaum den Boden und es schien mir, als ob er schwebte. Je näher er kam, desto faszinierender und erregender empfand ich diesen nächtlichen und lang ersehnten Besuch.Â
Als er in den Lichtstrahl des Mondes trat, blieb er stehen, legte seinen Kopf zur Seite und betrachtete mich. Er war wunderschön. Seine weiße Haut schien im Schein des Mondes zu glitzern und bildete einen starken Kontrast zu seinem schwarzen Haar. Groß und muskulös stand er vor mir, seine Augen leuchteten glutrot in einem markanten Gesicht. Dann lächelte er kalt, so dass mir ein Schauder über den Rücken lief.
“Guten Abend, Maria.” Seine Stimme klang weich und lockend und mir war, als ob sie in meinen Ohren nachhallte. Ich antwortete nicht und wartete statt dessen gespannt auf das, was folgen würde.
“Du hast auf mich gewartet”, stellte er fest, “und nun bin ich da.” Leise und schnurrend hatte er sich zu mir herabgebeugt, löste die Schleife meines Nachthemdes und ließ es über meine Schultern zu Boden gleiten. Ich fror. Aber innerlich war mir, als ob ich verglühen würde. Spöttisch sah er an mir herab.
“Geh wieder ins Bett”, befahl er mir. Widerstandslos folgte ich seinen Worten. Nur kurz wunderte ich mich über mein Verhalten, bevor ich mich einzig und allein auf ihn konzentrierte.
Ich stieg wieder in mein Bett, in dem er schon lag. Wie war er nur so schnell dorthin gekommen? Mir war es gleichgültig. Seine kalten Hände erforschten meinen Körper, seine Zunge glitt von meinem Bauch, zwischen meinen Brüsten hinauf, über das Schlüsselbein zu meinem Hals. Das Blut rauschte in meinen Adern und ich spürte eine Leidenschaft, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Ich wollte ihn. Jetzt! Sofort! Fast schon verzweifelt klammerte ich mich an ihn und mein ganzer Körper schrie nach Erlösung. Eisern und hart hielt er mich in seinen starken Armen und ich war unfähig, mich unter seiner Stärke und Kraft zu bewegen, geschweige denn mich zu wehren. Ich biss mir auf die Lippen und schmeckte Blut. Im selben Augenblick bemerkte auch er meine blutigen Lippen und ein Knurren erklang aus seiner Kehle, einer Raubkatze gleich. Ein unsagbarer Schmerz schoss durch meinen Körper. Dann wurde alles dunkel.
Fortsetzung folgt …

Liebe Iris,
den Anfang kenne ich doch.
Wow, spannend. Super bisher. Bin gespannt wie es weitergeht.
Liebe Grüße,
Martina
Mamü
Juli 15th, 2010
Guten Morgen Martina *gähn*,
Bald geht es weiter. Ich fand die Geschichte einfach zu lang, um sie als Ganzes einzustellen.
klar kennst du den Anfang
Hab’ einen schönen Tag
Iris
Lilie
Juli 15th, 2010
Konnichiwa Iris!
Donnerwetterchen! Was für eine aufregende Story gleich am frühen morgen…
Sei lieb gegrüßt
Kvelli
Jouir la vie
Juli 15th, 2010
Lieber Kvelli,
bald geht es weiter …
Liebe Grüße zu dir
Iris
Lilie
Juli 15th, 2010
Super spannend und fast perfekt geschrieben. Warum fast? Weil ich über das Wort “Schlüsselbein” gestoßen bin. Irgendwie habe ich die Schulter erwartet…lach. Ist natürlich subjektiv mein Eindruck, dennoch wollte ich ihn loswerden *g*
Sommerliche-Montagsgrüße Erdbeere
Erdbeere
Juli 19th, 2010
Liebe Erdbeere,
och, da bin ich ganz leidenschaftslos. Stell’ dir einfach vor, die körperlichen Erkundungen gehen nicht über das Schlüsselbein, sondern über die Schulter … Hauptsache es prickelt
Liebe Grüße
Iris
Lilie
Juli 19th, 2010
Hahahaha, okay dann freunde ich mich mal mit dem Schlüsselbein an g*. Hat ja auch was
Abendliche Montagsgrüße
Erdbeere
Juli 19th, 2010
@Erdbeere:
Lilie
Juli 20th, 2010