Über den Autor

Heute habe ich jemanden kennengelernt; einen Menschen, den ich zunächst nicht einordnen konnte. Im Laufe des Gesprächs wurde mir zunehmend klarer, dass er die personifizierte Unzufriedenheit sein muss. Ehrlich - das gibt es wirklich!

Der Mensch bekommt eine Gehaltserhöhung. Doch freuen kann er sich nicht. Denn auch ein paar andere Menschen erhalten mehr Geld und er empfindet seinen persönlichen Wert dadurch gemindert. Sein Kind schreibt eine “Zwei” in der Klassenarbeit. Doch freuen kann er sich nicht. Denn schließlich gibt es ja noch die Note “Eins”. Der Mensch übt eine Sportart aus. Doch freuen kann er sich nicht. Gibt es doch auch andere Menschen, die diesen Sport mögen, das Training aber nicht so verbissen sehen, wie er. Der Mensch werkelt an seinem Haus. Doch freuen kann er sich nicht. Gibt es doch immer noch andere Häuser, die besser und schöner sind. Seine Familie ist gesund. Doch freuen kann er sich nicht. Gibt es doch andere Menschen, die sich weniger für ihr gute Gesundheit kasteien müssen.

Im Gespräch mit diesem Menschen folgt immer ein ABER verbunden mit dem erhobenen Zeigefinger. Schließlich ist er der Klügste, der Beste, der Sportlichste, der Fleißigste, der Macher schlechthin. Aber - oh Graus - man verkennt ihn! Warum sind nur alle so dumm und blind und erkennen das nicht? Alle Menschen sind so gemein und ungerecht zu ihm.

Was soll ich euch sagen? Das war mir zu anstrengend. Mein Mitleid für seine Situation, seine “erlittenen Schicksalsschläge” hielt sich in Grenzen. Aber die Person als Mensch tut mir leid. Was für ein grauenhaftes Schicksal, niemals richtige Freude zu empfinden …

24 Antworten to “Die personifizierte Unzufriedenheit”

  1. Das klingt ja furchtbar… wenn meine ganze Familie gesund wäre, wenn wir sogar ein Haus bauen würden… da wäre ich viel, aber bestimmt nicht unzufrieden. Was es doch für seltsame Menschen gibt..

    Lilo

  2. Wie schrecklich. Man sollte sich ein Beispiel daran nehmen ;-), ein Anti-Beispiel. Solche Menschen kann man nur ‘vergessen’. Leid tun mir immer nur die unmittelbar Mitbetroffenen, Ehepartner (obwohl …) und vor allem die armen Kinder.

    april

  3. Puh, das ist aber ein anstrengender Mensch, liebe Iris. :shock:

    Aber du hast Recht, er kann einem Leid tun, da er offenbar keine Freude empfinden kann. Hmmm… scheint also doch irgendwie krank zu sein, der Arme.

    Na ja, ab und zu leiden wir sicher alle mal an dem Jammer- und Alles-ist-nicht-gut-genug-nichts-reicht-Syndrom. Aber ich hoffe, nicht so arg, wie dieser Mensch. Oder? Sag, dass wir anders sind, sonst muss ich mich ertränken oder so was. ;-)

    Bitte zwick mich, falls ich mal dahinmutiere. ;-)

    Liebe Grüße,
    Martina

    Mamü

  4. Liebe Lilo,
    ja, seltsam fand ich diesen Menschen auch. Nichts, aber auch gar nichts war in Ordnung für ihn. Furchtbar …
    Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

  5. Liebe April,
    du sagst es - ein Anti-Beispiel. Und die Hauptleidtragenden sind wahrscheinlich wirklich die Kinder :-( Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

  6. Liebe Martina,
    dieser Mensch scheint an einer außerordentlichen Selbstüberschätzung verbunden mit einem ewigen “Nicht-verstanden-werden”-Syndrom zu leiden. Klar, wir alle haben mal eine unzufriedene Phase, aber lass’ dir versichern, mit DIESEM Menschen werden wir uns nie messen können. Also, zwicken muss ich dich bestimmt nicht ;-)
    Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

  7. Liebe Iris, das klingt tatsächlich furchtbar anstrengend.Du hättest Dir höchstens einen Spass draus machen und ihn so richtig mit Mitleid überschütten können, so sehr, dass er es eventuell mal merkt und dann vielleicht das Gegenteil sagt… Aber vielleicht war es auch die Mühe nicht wert. Warum Dir DER wohl begegnet ist…für einen interessanten Blogbeitrag? :-)
    Liebe Grüsse Andrea

    andrea2007

  8. Vor so einem Menschen würde ich Reissaus nehmen. Menschen, die mit nichts zufrieden sind, sind anstrengend und haben noch nicht die wirklichen Seiten des Lebens kennen gelernt.

    Pell dir ein Ei drauf!!
    lieben Gruß
    Anna-Lena ;-)

    Anna-Lena

  9. Oweh, dieser Mensch ist ja eine einzige Katastrophe … Kein Wunder, dass er sich bemitleidet.

    piri

  10. Liebe Andrea,
    *grins* - ja, diesen Spaß hätte man mal machen können. Aber andererseits war ich froh, als ich aus diesem Gespräch wieder entlassen war :shock:
    Aber du hast vollkommen Recht - zumindest hat er mir Stoff für einen Blogbeitrag geliefert ;-)
    Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

  11. Liebe Anna-Lena,
    ich habe sogar zwei Eier drauf gepellt!!! ;-) Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

  12. Genau, liebe Piri, Gründe für das Selbstmitleid hat er wirklich genug, nicht wahr?! ;-)
    Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

  13. Liebe Iris,

    ich kenne diese Menschen nur zu gut.Vor vielen Jahren habe ich sie bereits die JA-ABER-MENSCHEN getauft.
    Auf jedes Argument, jedes Wort haben sie immer eine Antwort, die ganz bestimmt mit JA ABER anfängt.
    Und dann folgt eine ganze Litanei von Gründen, warum das Leben so grausam ist und so gemein ;-)
    Ich wünsche Dir einen schöne Tag, alles Liebe für Dich,
    Dori :-)

    Dori

  14. Liebe Dori,
    JA-ABER-MENSCHEN ist eine treffende Bezeichnung ;-) Herzliche Grüße
    Iris

    Lilie

  15. Dieser Mensch kann einem nur Leid tun.
    Ich hätte allerdings, genau wie du, das weite gesucht.
    Solchen Leuten kann man nicht helfen, man kann sich nur selbst schützen. Nachher ist sowas ansteckend!! :shock:

    Babbeldieübermama

  16. Ansteckend??? :shock: Hilfe, hoffentlich nicht. Aber ich habe schon genügend Abstand gehalten ;-)
    Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

  17. Liebe Iris

    Solche Menschen sind furchtbar anstrengend und meiner Erfahrung nach ist es leider auch kaum machbar sich irgendwie höflich aus so einem Gespräch zurückzuziehen, die zwingen einen irgendwie dazu ihnen zuzuhören. Und in der Regel sind solche Menschen nicht nur ständig unzufrieden, sondern geben auch noch für alles was ihnen negativ widerfährt den anderen die Schuld :roll: .

    Aber ein Gutes hatte deine Begegnung doch noch: du hast einen super Text draus gemacht! :cool:

    Liebe Grüße,
    von Wally

    Wally

  18. Liebe Wally,
    du hast diesen Menschen treffend beschrieben. Kennst du ihn etwa?????? ;-) Aber schließlich hatte ich etwas, worüber ich schreiben konnte. Und wenn es ein “super Text” ist, dann freue ich mich um so mehr. Danke fürs Kompliment.
    Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

  19. Ich denke das ist eine schlimme Erscheinung unserer Zeit “Unzufriedenheit” Schade das es so wenige Menschen gibt die diese kleinen Dinge des Alltags nicht mehr zu schätzen wissen…

    Arven ( Michaela)

  20. Liebe Ar… äh Michaela ;-) ,
    ich denke auch, dass dieser Mensch ein Produkt unserer Zeit ist, immer mehr haben wollen, immer sein sein zu wollen, immer mehr mehr mehr …
    Vielleicht sollte dieser Mensch einfach mal bloggen ;-)
    Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

  21. Nettes Blog. Als RSS abonniert. Dieser Artikel erinnert mich an meinen Beitrag “Ich kann nicht klagen”. Der beschreibt auch so einen Zeitgenossen, von denen es tatsächlich viele gibt…
    Hier der Link (geht hoffentlich in Ordnung…) http://rundumkiel.de/2009/11/04/ich-kann-nicht-klagen/

    rundumkiel

  22. @rundumkiel
    zunächst einmal herzlich willkommen. Schön, dass es dir hier gefällt. Und ich hab’ auch direkt mal bei dir gelesen. Ausführlicher werde ich das aber erst heute abend tun können …
    Bis dahin
    Liebe Grüße

    Lilie

  23. Da kann ich dir zustimmen! Das muss ein Leben sein…WOW! Der Typ sollte mal mit sich selbst klarkommen und leben, richtig leben! Und nicht mit soner verklemmten Spießerhaltung an alles gehen…bah! Wie mich das anekelt…

    Schaps

  24. Lieber Schaps,
    wahrscheinlich hat er das nie gelernt - richtig leben …
    Liebe Grüße
    Iris

    Lilie

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